24 Stunden Berufsfeuerwehr
- Die Jugendfeuerwehr spielt den Alltag einer Berufsfeuerwehr nach -


Die Teilnehmer am Projekt: "24 h BF"




Dienstplan "24 Stunden BF Niddatal"
Samstag, den 30.08.
13.00 Uhr Begrüßung, Zugeinteilung, Besprechung
14.00 Uhr Gerätekunde / Fahrzeugkunde
15.00 Uhr Sport
17.00 Uhr Theorie + Praxis Unterricht Thema Feuerlöscher
19.00 Uhr Vorbereitung Essen / Reinigungsarbeiten
20.00 Uhr Essen
22.00 Uhr Bettruhe
Sonntag, den 31.08.
7.00 Uhr Wecken
7.30 Uhr Frühstück
8.30 Uhr Theorie + Praxis Unterricht Thema Erste Hilfe
11.00 Uhr Vorbereitung Mittagessen / Reinigungsarbeiten
12.00 Uhr Mittagessen
13.30 Uhr Schichtwechsel
Die Idee:
Am letzten Wochenende in den Ferien startete das Projekt "24 Stunden Berufsfeuerwehr Niddatal". Als Veranstaltungsort wurde das Gerätehaus in Ilbenstadt ausgewählt. An dem Projekt, dass es erstmals in Niddatal gab, nahmen 26 Jugendliche aus allen vier Ortsteilen teil. Bei diesem Projektversuch sollten vor allem die älteren Jugendfeuerwehrmitglieder mit Übungen auf den Ernstfall in der bevorstehenden Aktiven Feuerwehrlaufbahn vorbereitet werden.



Die Organisation:
Die Jugendlichen wurden in zwei "Löschzüge" aufgeteilt. In jedem Löschzug befanden sich neben den 13 Jugendlichen, zwei Fahrer, ein Gruppenführer und ein Zugführer. Jedem Zug stand ein LF 8/6 sowie ein MTF zur Verfügung. Ebenfalls rückte zu jedem Einsatz ein "Einsatzleitwagen" ( Kommandowagen ) mit aus. Die "Alarmierung" der Löschzüge erfolgte durch einen Anruf auf einem bereitgestellten "Notfall-Handy".



Der Ablauf:
Die Schicht begann am Samstag, den 30. August um 13 Uhr. Nach der Begrüßung fand am Anfang eine Unterweisung in die Fahrzeuge statt, da die Jugendfeuerwehrmitglieder der jeweils fremden Ortsteile sich erst mit den fremden Fahrzeugen vertraut machen sollten. Des weiteren war für die nächsten 24 Stunden "Dienst" ein volles Programm geplant worden. Aus der oben abgebildeten Tabelle ist das Programm zu ersehen.
Wie bei echten Berufsfeuerwehren mußten alle anfallenden Arbeiten selber erledigt werden - dazu gehören auch weniger schöne Aktivitäten, wie Kochen, Abwaschen, Fahrzeuge reinigen etc..
Allerdings gehören Einsätze genauso zum Alltag einer Berufsfeuerwehr; und diese Einsätze bzw. Übungen waren nun mal der eigentliche Grund, warum allen 26 Jugendlichen vor Ort waren. ;-)



Die Einsätze:
Es folgen nun die kurzen Beschreibungen der absolvierten Übungen. Zu den Übungen rückten je nach Situation einer der beiden "Löschzüge" aus. Bei größeren Einsätzen auch beide zusammen.

Samstag:
  • 14.30 Uhr Ölspur in Assenheim
    Ein Fahrzeug hatte in Assenheim zwischen Schule und Minimal Öl verlohren. Die Jugendfeuerwehr musste die Ölspur abstreuen, abkehren und das Ölbindemittel wieder aufnehmen.
  • 15.05 Uhr Verkehrsunfall in Kaichen
    Ein PKW war in einen Traktoranhänger gefahren. Der Fahrer lag verletzt im Fahrzeug. Die Jugendfeuerwehr musste sich deshalb sowohl um die Rettung des Verletzten kümmern, als auch die Unfallstelle gegen die Verkehr absichern. Auch musste das Fahrzeug gegen einen möglichen Brand gesichert werden, was durch bereitstellen von Pulver, Wasser und Schaum, sowie das Abklemmen der Fahrzeugbatterie geschieht.
  • 16.55 Uhr Vermuteter Brand in Kaichen
    Das bei Einsätzen Situationen plötzlich ganz und gar anders Ablaufen als man denkt, erfuhren die Jugendlichen bei diesem Einsatz. Der vermutete Brand stellte sich als Fehlalarm heraus - dafür wurde aber eine stark alkoholisierte Person im Gebüsch gefunden. Diese musste gerettet und dem "Rettungsdienst" übergeben werden.
  • 18.04 Uhr Brand in Ilbenstadt
    Als die Jugendfeuerwehr bei dem Brandobjekt eintraf, quoll bereits dichter Rauch aus dem Gebäude ( einem alten Stall ). Die Angriffstrupps rüsteten sich symbolisch mit Atemschutzgeräten aus, und wurden zur Brandbekämpfung in das Gebäude vorgeschickt. In dem Gebäude stellte sich eine weitere Gefahr - nahe dem Brandherd wurden mehrere Gasflaschen gefunden. Diese mussten, parallel zur Brandbekämpfung, gekühlt und dann beseitigt werden.
  • 19.25 Uhr Gefahrguteinsatz in Assenheim
    In einer Garage in Assenheim waren mehrere Kanister und Behälter mit "gefährlichen Chemikalien" ausgelaufen. Diese mussten von "Atemschutzgeräteträgern" der Jugendfeuerwehren beseitigt werden. Ausserdem wurde ein Schaumangriff vorbereitet, falls sich die brennbaren Chemikalien entzünden würden.
  • 21.30 Uhr Vermisste Person in der Nähe von Wickstadt
    Kurz vor der Nachtruhe kam ein weiterer Alarm. Ein Jogger war abends nicht nach Hause gekommen und sollte nun von der Jugendfeuerwehr gesucht werden. Die "Lieblingsstrecke" des Joggers war bekannt, und so musste diese Strecke in der Nacht abgesucht werden. Später stellte sich - wie auch oft in der Realität - heraus, dass die Person doch wohlbehalten zu Hause angekommen war.

Sonntag:
  • 02.45 Uhr Einsatz am Bunker in Ilbenstadt
    Eine Person hatte sich auf dem Gelände des Ilbenstädter Bunkers verletzt und musste von der Jugendfeuerwehr gerettet werden.
  • 06.45 Uhr Zweite Ölspur in Assenheim
    Zum zweiten Mal hatte ein Fahrzeug Öl in Assenheim verloren. Diesmal allerdings in größeren Dimensionen. Auch drohte das "Öl" in die Kanalisation einzudringen. Deshalb musste nicht nur das Öl gebunden werden, sondern auch die Kanaldeckel mit Dichtkissen abgedichtet werden.
  • 07.45 Uhr Ertrinkende Person in Bönstadt
    Eine Person drohte in den Bönstädter Fischteichen zu "ertrinken". Die Feuerwehr wurde zur Rettung der Person gerufen. Die Jugendliche ließen ein Boot zu Wasser und brachten so die Ertrinkende Person an Land. Mit vor Ort war die DLRG, die nach der Übung auf die richtigen Techniken zur Rettung von Ertrinkenden hinwies.
  • 09.50 Uhr Verletzter Waldarbeiter bei Ilbenstadt
    Bei Baumfällarbeiten hatte sich ein Waldarbeiter mit der Kettensäge ins Bein gesägt. Seine Frau war ebenfalls an der Unfallstelle - einem Wäldchen zwischen Ilbenstadt und Burg-Gräfenrode. Nachdem die alarmierte Jugendfeuerwehr den Verletzten gefunden hatte, wurde die Wunde versorgt und die Person zum anwesenden "Rettungsdienst" gebracht. Bei dieser Übung war ein Mitglied des Deutschen Roten Kreuzes anwesend, der nicht nur für eine realistische Darstellung des Unfalls sorgte, sondern später noch wichtige Tipps zum Umgang mit verletzten Personen gab.
  • 11.30 Uhr Fehlalarm
    Auch Fehlalarme gehören zum Alltag jeder Feuerwehr. So mussten auch unsere Jugendlichen zu einem angeblichen Feuer ausrücken, bei dem es sich schon bei der Anfahrt herausstellte, das es sich um einen Fehlalarm handelt.
  • 13.00 Uhr Brennendes Tennisheim in Bönstadt
    Das Projekt wurde mit einer Abschlussübung beendet. Dazu sollten einige Strohballen entzündet werden, was aufgrund der herrschenden Waldbrandgefahr (Stufe 2) leider nicht möglich war. So wurde ein Brand an dem Tennisheim in Bönstadt nur angenommen - aber auch dieser "Brand" wurde von der alarmierten Jugendfeuerwehr genauso zügig bekämpft. Mit insgesamt 7 C-Rohren konnte der Brand schnell gelöscht werden, und ein anliegender Gastank geschützt werden.
Jugendfeuerwehr beim Beseitigen einer "Ölspur"
Abklemmen der Batterie am Unfallfahrzeug
Brandbekämpfung im verrauchten Stall - mit "Atemschutz"
Aufbau eines Schaumrohrangriffs
Im Wald bei der nächtlichen Suchaktion
Die ertrinkende Person im Angelteich wird gerettet
Der verletzte Waldarbeiter wird versorgt und gerettet



Fazit:
Alles in allem hat es den beteiligten Jugendlichen und Betreuern (insgesamt waren zwischen 40 und 50 Personen aktiv) sehr viel Spaß gemacht. Auch haben beide Seiten viel bei den Übungen gelernt. Da dieses Pilotprojekt trotz Kleinigkeiten ein Erfolg war, wird es ein solches Projekt in Zukunft bestimmt wieder geben. Man darf gespannt sein.
An dieser Stelle sei noch einmal allen Beteiligten gedankt, die diesen 24 Stunden ermöglicht haben. Viele Personen haben diese zwei Tage geplant, dafür eingekauft, Übungen organisiert, sowie vor- und nachher auf- und umgebaut. Außerdem sei hier den beteiligten Hilfsorganisationen (DLRG und DRK) gedankt, die sich an diesen Übungen beteiligt haben.

Trupp bei der Abschlußübung - Brandbekämpfung

Text und Bilder: Johannes Besser (Freiw. Feuerwehr Ilbenstadt)